Programm
Ankommen & Registrierung
Ankommen und erste Begegnung mit 30 Jahren Praxis, Spannungen und Zukunftsfragen — begleitet vom Graphic Recording.
Eröffnung & institutionelle Einordnung
Panel der Geschäftsleitungen und der Geschäftsführung des VMG zur Frage, warum diese Tagung gerade jetzt notwendig ist: 30 Jahre Männer- und Geschlechterarbeit zwischen Pionierarbeit und Professionalisierung sowie aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven.
Grußworte
Grußworte von Vertreter:innen aus FH, Stadt, Land und Bundesebene.
Videobotschaften der Netzwerkpartner:innen
Videobotschaften unserer Kooperationspartner:innen machen unterschiedliche Perspektiven auf Männer-, Gleichstellungs- und Gewaltpräventionsarbeit sichtbar und geben Einblicke in gemeinsame Herausforderungen, Entwicklungen und Kooperationen.
Pause
Männlichkeiten im Wandel — gesellschaftliche Verantwortung und die Rolle institutioneller Männerarbeit
Der Vortrag nimmt die unterschiedlichen Lebenslagen von Männern in den Blick und beleuchtet die Diversifizierung von Männlichkeiten. Er fokussiert auf Gewaltprävention als gesellschaftlichen Auftrag. Im Zentrum steht die Rolle der institutionellen Männerarbeit: Sie bietet einen Lern- und Schutzraum und ist Brücke zwischen Praxis, Politik und Zivilgesellschaft — Teil einer Gleichstellungs- und Demokratiearbeit.
Caring Masculinities als Weg in eine geschlechterdemokratische Gesellschaft — jetzt erst recht!
Studien der letzten Dekaden widmen sich der Frage, wie Männer sich beruflich und familiär stärker an Care-Arbeit beteiligen können, um Geschlechterdemokratie zu stärken. „Caring Masculinities“ wurde das Potential zugeschrieben, eine Alternative zur hegemonialen Männlichkeit zu sein.
Mittlerweile wird diskutiert, ob nicht eher Vereinnahmungen von Care in bestehende Macht- und Ungleichheitsverhältnisse erfolgen — während antifeministische Akteure das Thema verstärkt aufgreifen und von einer „Krise der Männlichkeit“ sprechen. Der Vortrag zeichnet diese Debatten nach und fragt, wie das Konzept weiter geschlechterpolitisch gestärkt werden kann.
Mittagspause
Vernetzter Opferschutz in der Praxis: Das Projekt G.i.F. als Schnittstelle zwischen Intervention und Prävention
Wie sieht ein wirksamer Gewaltschutz aus, der alle Beteiligten miteinbezieht? Seit 2018 zeigt das Projekt G.i.F. (Gewaltprävention im Familiensetting), dass effektiver Opferschutz und professionelle Täterarbeit untrennbar zusammengehören — durch die Arbeit mit dem gesamten Familiensystem.
Basierend auf den DVOTA-Standards bündeln Frauenhäuser, Männerberatung, das Kinderschutzzentrum Rettet das Kind und NEUSTART ihre Expertise in einer engen Fallarbeit. Das ermöglicht eine dynamische Risikoabschätzung und stellt sicher, dass Schutzmaßnahmen und Verantwortungsarbeit Hand in Hand gehen.
Männlichkeit als widersprüchliches Feld und Ansätze in der erziehungswissenschaftlichen Forschung
Männlichkeiten verändern sich — doch wohin die gegenwärtigen Entwicklungen führen und was sie für Sozialisation und Erziehung bedeuten, ist bislang unzureichend geklärt. Der Vortrag zeigt, dass zentrale Leitkonzepte wie hegemoniale Männlichkeit und männlicher Habitus die Rolle pädagogischer Institutionen nur begrenzt erfassen.
Er plädiert für eine praxistheoretische Perspektive, die Männlichkeit als dynamisches, widersprüchliches Feld sozialer Aushandlungen fasst und neue Zugänge für die erziehungswissenschaftliche Forschung eröffnet.
Pause
Netzwerkorganisationen im Gespräch
Vertreter:innen aus Dachverbänden und Netzwerkorganisationen diskutieren gemeinsame Herausforderungen und zukünftige Perspektiven in der Männer-, Gleichstellungs- und Gewaltpräventionsarbeit. Im Mittelpunkt stehen notwendige politische und strukturelle Rahmenbedingungen sowie mögliche Allianzen für die weitere Zusammenarbeit.
Abschluss
Zentrale Erkenntnisse des Tages werden zusammengeführt und im Graphic Recording sichtbar gemacht. Der Ausblick würdigt 30 Jahre VMG-Arbeit und lädt dazu ein, gemeinsame Perspektiven für die zukünftige Geschlechterarbeit weiterzudenken — und das Jubiläum gemeinsam ausklingen zu lassen.
