Fachtagung · 2. November 2026 · FH JOANNEUM Graz

Programm

ModerationMari Lang
Graphic RecordingMichaela Nutz
Vorläufiges Programm
09:00 – 09:30

Ankommen & Registrierung

Ankommen und erste Begegnung mit 30 Jahren Praxis, Spannungen und Zukunftsfragen — begleitet vom Graphic Recording.

09:30 – 10:00

Eröffnung & institutionelle Einordnung

Panel der Geschäftsleitungen und der Geschäftsführung des VMG zur Frage, warum diese Tagung gerade jetzt notwendig ist: 30 Jahre Männer- und Geschlechterarbeit zwischen Pionierarbeit und Professionalisierung sowie aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven.

10:00 – 10:30

Grußworte

Grußworte von Vertreter:innen aus FH, Stadt, Land und Bundesebene.

10:30 – 10:45

Videobotschaften der Netzwerkpartner:innen

Videobotschaften unserer Kooperationspartner:innen machen unterschiedliche Perspektiven auf Männer-, Gleichstellungs- und Gewaltpräventionsarbeit sichtbar und geben Einblicke in gemeinsame Herausforderungen, Entwicklungen und Kooperationen.

10:45 – 11:00

Pause

11:00 – 11:45
Eröffnungsvortrag

Männlichkeiten im Wandel — gesellschaftliche Verantwortung und die Rolle institutioneller Männerarbeit

Erich Lehner

Der Vortrag nimmt die unterschiedlichen Lebenslagen von Männern in den Blick und beleuchtet die Diversifizierung von Männlichkeiten. Er fokussiert auf Gewaltprävention als gesellschaftlichen Auftrag. Im Zentrum steht die Rolle der institutionellen Männerarbeit: Sie bietet einen Lern- und Schutzraum und ist Brücke zwischen Praxis, Politik und Zivilgesellschaft — Teil einer Gleichstellungs- und Demokratiearbeit.

11:45 – 12:30
Vortrag

Caring Masculinities als Weg in eine geschlechterdemokratische Gesellschaft — jetzt erst recht!

Sylka Scholz

Studien der letzten Dekaden widmen sich der Frage, wie Männer sich beruflich und familiär stärker an Care-Arbeit beteiligen können, um Geschlechterdemokratie zu stärken. „Caring Masculinities“ wurde das Potential zugeschrieben, eine Alternative zur hegemonialen Männlichkeit zu sein.

Mittlerweile wird diskutiert, ob nicht eher Vereinnahmungen von Care in bestehende Macht- und Ungleichheitsverhältnisse erfolgen — während antifeministische Akteure das Thema verstärkt aufgreifen und von einer „Krise der Männlichkeit“ sprechen. Der Vortrag zeichnet diese Debatten nach und fragt, wie das Konzept weiter geschlechterpolitisch gestärkt werden kann.

12:30 – 13:30

Mittagspause

13:30 – 14:15
Vortrag

Vernetzter Opferschutz in der Praxis: Das Projekt G.i.F. als Schnittstelle zwischen Intervention und Prävention

Michaela Gosch

Wie sieht ein wirksamer Gewaltschutz aus, der alle Beteiligten miteinbezieht? Seit 2018 zeigt das Projekt G.i.F. (Gewaltprävention im Familiensetting), dass effektiver Opferschutz und professionelle Täterarbeit untrennbar zusammengehören — durch die Arbeit mit dem gesamten Familiensystem.

Basierend auf den DVOTA-Standards bündeln Frauenhäuser, Männerberatung, das Kinderschutzzentrum Rettet das Kind und NEUSTART ihre Expertise in einer engen Fallarbeit. Das ermöglicht eine dynamische Risikoabschätzung und stellt sicher, dass Schutzmaßnahmen und Verantwortungsarbeit Hand in Hand gehen.

14:15 – 15:00
Online-Vortrag

Männlichkeit als widersprüchliches Feld und Ansätze in der erziehungswissenschaftlichen Forschung

Jürgen Budde

Männlichkeiten verändern sich — doch wohin die gegenwärtigen Entwicklungen führen und was sie für Sozialisation und Erziehung bedeuten, ist bislang unzureichend geklärt. Der Vortrag zeigt, dass zentrale Leitkonzepte wie hegemoniale Männlichkeit und männlicher Habitus die Rolle pädagogischer Institutionen nur begrenzt erfassen.

Er plädiert für eine praxistheoretische Perspektive, die Männlichkeit als dynamisches, widersprüchliches Feld sozialer Aushandlungen fasst und neue Zugänge für die erziehungswissenschaftliche Forschung eröffnet.

15:00 – 15:20

Pause

15:20 – 16:30
Abschluss-Panel

Netzwerkorganisationen im Gespräch

DMÖ · Frauen- und Mädchenberatung · AÖF · DVOTA · Sexuelle Bildung · AG Bubenarbeit u. a.

Vertreter:innen aus Dachverbänden und Netzwerkorganisationen diskutieren gemeinsame Herausforderungen und zukünftige Perspektiven in der Männer-, Gleichstellungs- und Gewaltpräventionsarbeit. Im Mittelpunkt stehen notwendige politische und strukturelle Rahmenbedingungen sowie mögliche Allianzen für die weitere Zusammenarbeit.

16:30 – 17:00

Abschluss

Zentrale Erkenntnisse des Tages werden zusammengeführt und im Graphic Recording sichtbar gemacht. Der Ausblick würdigt 30 Jahre VMG-Arbeit und lädt dazu ein, gemeinsame Perspektiven für die zukünftige Geschlechterarbeit weiterzudenken — und das Jubiläum gemeinsam ausklingen zu lassen.

Plätze sind begrenzt — sichern Sie sich Ihre Teilnahme an der Jubiläumstagung.